Spricht man Leute darauf an, aktiv bei der Feuerwehr mit zu machen, bekommt mann ganz oft die Antwort: „Ich kann das nicht!“

Im ersten Moment ist diese Aussage so auch richtig! Ich kann ja auch nicht stricken! Warum? Weil ich es nicht gelernt habe. Würde mir stricken jemand beibringen dann könnte ich das auch. Und genau so ist das mit der Feuerwehr. Man kann es lernen.

Oft sind es auch falsche Vorstellungen die jemand mit der Tätigkeit eines Feuerwehrmannes verbindet. Die Meistes stellen sich vor, dass man sobald man bei der Feuerwehr mitmacht in jedes brennende Haus rennen muss oder schwerstverletzte Personen aus verunfallten Fahrzeugen schneiden muss. Ohne die entsprechende Ausbildung eine grauenhafte Vorstellung. Doch das erwartet niemand von Dir.

Zu Beginn deiner Feuerwehrtätigkeit fährst Du noch zu keinem Einsatz. Zuerst einmal bekommst Du die Grundlagen vermittelt. Dein erster Lehrgang den Du dann besuchst findet in Ramstein statt. Zusammen mit Feuerwehrneulingen aus dem ganzen Landkreis absolvierst Du den „Grundlehrgang Teil 1“. Nach diesem Lehrgang wird Deine Ausbildung in der Grundausbildungsgruppe in Ramstein noch zwei weitere Jahre (das ist dann der Teil 2 Deiner Grundausbildung) fortgeführt. Erst nachdem Du bei einer kleinen praktischen Prüfung Dein Können unter Beweis gestellt hast erhälst Du einen Funkmeldeempfänger und darfst mit ausrücken. Auch dann bist du von der Arbeit an vorderster Front noch weit entfernt. Jeder wird von seinem Fahrzeugführer nach seine Fähigkeiten eingesetzt. Schließlich haben wir uns im Rahmen Deiner Ausbildung ganz gut kennen gelernt und wissen was wir von Dir erwarten können.

Du wirst sehen: Je besser Du ausgebildet bist um so besser ist es Dir möglich jemandem zu helfen – auch in einem brennenden Haus.

Auch andere vermeindliche Argumente sind nicht stichhaltig. „Ich kann kein Blut sehen“ oder „Ich kann keine Leiter steigen da ich Höhenangst habe“. Klar, das schränkt Dich auf der einen Seite etwas ein. Aber um einen Keller auszupumpen brauchst Du das auch nicht. Das soll heißen: Die Tätigkeiten einer Feuerwehr sind so vielseitig wie die Menschen die dort zusammen kommen. Jeder hat Stärken, Schwächen und Kenntnisse die er von außerhalb mit in die Feuerwehr bringt. So aufeinander eingespielt können wir zusammen vieles erreichen.

Und zum Schluss noch das Argument: Ich habe keine Zeit! Sicher, es gibt engagierte Mitmenschen die wirklich keine weitere freie Zeit aufbringen können. Doch ist es nicht oft nur Bequemlichkeit? Man kann seinen Abend auf der Couch verbringen und fernsehen. Man kann sich aber auch für zwei Stunden bei der Feuerwehrübung mit seinen (neuen) Freunden treffen um gemeinsam etwas zu bewegen. Und für die Jüngeren unter Euch: Wenn Eure Partys anfangen oder Ihr Euch sonstwie trefft ist unser Übungsabend oft schon vorbei. Also wie heißt es so schön: Jeder Tag ist gleich lang nur unterschiedlich breit – macht was daraus.

 

Und noch etwas: Vieles was Du bei der Feuerwehr lernst ist auch außerhalb der Feuerwehr nützlich. So lernen wir zum Beispiel verschiedene Knoten – vielleicht würde mir das ja beim stricken weiterhelfen.